Udo wechselt Gabelöl


Jetzt bin ich technisch nicht unbedingt unbegabt. Aber von alleine wäre ich nie drauf gekommen, mal das Gabelöl zu wechseln.
Die Gabel und ihr Öl Habe mich zwar gewundert, dass ich den Lenker nicht los lassen kann, ohne dass er zittert wie ein Lämmerschwanz; d.h. erst zittern und dann ausschlagen bis zum Querstellen.
Auch hatte ich mich daran gewöhnt, dass das Vorderrad bei 50 km/h etwas hüpfte. Muss wohl Höhenschlag oder Unwucht sein, dachte ich.

Dann kaufte ich mir im Juni ein Mountainbike (Fully) mit Ölgabel und Stoßdämpfer hinten. Mein Händler wies mich darauf hin, dass das Gabelöl alle vier Jahre gewechselt werden muss, wie beim Motorrad auch. ..... Aha!

Udo fährt zum Polo-Shop, kauft zwei Liter Gabelöl (je Holm 648 ccm, und 1,3 Liter-Flaschen gibt es nicht. Doch fast: Die Italiener haben Stuppies mit 0,66 Liter aber eben nur Bier).

Zurück zum Thema:
Zuhause angekommen stellt sich die Frage, wie man 648 ccm abmisst. Die hat sich dann ziemlich lange gestellt; habe die zwei Öldosen 14 Tage spazieren gefahren, bis ich die Idee hatte:

Spritze mit 20 ccm gekauft (0,48 €) und einen Messbecher aus dem Keller ausgekramt.

Dann erst mal unten am linken Gabelholm die Ablaufschraube geöffnet und einen Becher drunter, damit die Brühe nicht auf den Boden läuft. Kommt nix; vielleicht so 20 ccm, aber so leer darf die Gabel ja nicht sein. Also oben die Abdeckschraube geöffnet, damit Luft ins System kommt. Natürlich spritzte die Brühe im hohen Bogen am Becher vorbei. Hatte ja doch einen gewissen hydrostatischen Druck. Oben hing ich noch an der Abdeckschraube, unten versuchte ich den Becher unter die Ölfontäne zu bringen. Hat bestimmt lustig ausgesehen. Kam Gott sei Dank niemand vorbei. Dann den Boden aufgewischt und weiter.

Na dachte ich, jetzt machste es auf der anderen Seite besser: Erst oben öffnen, dann unten und so ging es ohne weitere Schweinerei.

Nun machte ich mich daran, die Holme zu füllen. Messbecher raus, bis zum 600er Strich aufgefüllt und dann, weil ich keinen Trichter hatte, mit der Spritze aufgezogen und in die Gabel injiziert. Saubere Sache!!

Während ich so aufzieh, sehe ich auf der vorderen Becherseite ein Markierung 600 ccm, wusste aber, dass ich mich nach der hinteren gerichtet hatte. Bei genauerem Hinsehen musste ich leider feststellen, dass ich den Strich für 600 g Zucker erwischt hatte. Peinlich! Besonders peinlich deswegen, weil ich nicht wusste, wie viel ich bereits in die Gabel eingefüllt hatte.
Also dachte ich mir, machste das anders:
Rechten Holm gefüllt mit 600 ccm + 2 Spritzen (entspricht 640 ccm) und dann den Zollstock reingehalten. Füllhöhe abgelesen und auf der anderen Seite entsprechend aufgefüllt.

Alles wieder zugeschraubt und Probefahrt. Kein Lenkerflattern, kaum Abtauchen bei Vollbremsung und auch kein hüpfendes Vorderrad mehr.

Die Kiste liegt wie ein Brett und bügelt alles weg. So gehört es sich.

Es irrt der Mensch so lang er strebt oder nur wer nix macht macht auch nix verkehrt.

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