Hach, es ist einfach eine Wonne, in Italien Moped zu fahren!
Autos, Mopeds und Fahrräder oder
Fußgänger haben da eigentlich keine Chance,
miteinander auszukommen ... und es geht doch!!!
Jedes Mal, wenn ich von Deutschland aus in Italien eintauche (ich muss
dann ja noch durch das äußerst streng
überwachte Österreich), erlebe ich so eine Art
Wiedergeburt:
Geschwindigkeitsbegrenzungen
zählen nicht, zumindest nicht in Ortschaften.
Was ist schöner, als mit 80 km/h durch eine Ortschaft zu
blasen, Überholverbote sind Empfehlungen, Hupen
verboten?
Nö, man wollte es abstellen aber die
Streckenverhältnisse geben es vor: Hupen vor engen
Kurven ist Pflicht; anders kriegt man einfach nicht mit , ob
was entgegen kommt.
Zebrastreifen: Anhalten? Nö, da
fährt mir bestimmt einer hinten rein.
Auf schmalen Alpenpässen richtig schön heizen? In
Italien geht das.

Woran liegt das denn?
Zunächst mal daran, dass der Italiener Leistung jeder Art
respektiert.
Die Leute dort sind aber auch nicht so empfindlich
gegen Lärm, wie unsere paranoiden Mitbürger.
Gerade auf unserer letzen Tour (Beschreibung hoffe ich noch einstellen
zu können; ich war leider nicht der "Scout") haben wir das
wieder erlebt:
Du fährst durch eine Dolomiten-Ortschaft, wo anscheinend
außer der Wintersport-Saison niemand hin kommt.
Du rast mit 80 km/h durch eine Ortsstraße und die Leute
winken Dir zu.
Vorfahrt? Keine feste Regel; die breite
Straße hat Vorrang. Kreisverkehr? Mal
sehen, wer zuerst kommt!
Fährst Du auf einer stark befahrenen Hauptverkehrs-
und Vorfahrtsstraße, schert der Querverkehr ein, wenn er eine
Chance sieht.
Auf Straßen, in denen man in Deutschland bis an sein
Lebensende warten würde, bis einen einer rein lässt,
kann man in Italien einfahren Es geht.. die Italiener passen
einfach auf, sehen den Straßenverkehr sportlich. Kein Gehupe,
kein Gemecker!!
Die Strafen für Verkehrsverstöße sind
drastisch! Aber es wird selten kontrolliert.
In Italien gilt das Prinzip: Solange es klappt, geht alles in Ordnung;
aber wehe, wenn es knallt!!
In einer Ausgabe unserer Tageszeitung stand ein sehr interessanter
Bericht über das Phänomen des "sorpasso"
(auf deutsch: Überholen).
Das ist Selbstzweck in Italien. Es muss nicht
schneller gehen, wenn man überholt hat, aber man hat, das
zählt. Es hat wohl was mit Männlichkeitswahn zu
tun.
Aber mal ehrlich, was wäre Moped fahren ohne
Überholen? Ich will hier nicht dem Anarchismus auf der
Straße das Wort erteilen, aber vernünftig
flott fahren macht in Italien den meisten Spaß.
Die Mentalität ist eben eine andere. Ca. 50 Mopeds fuhren den
"Passo di Croce domini" hinauf. Unten hatte jemand mit dem Edding auf
einen Vorwegweiser hingeschmiert, dass der Pass zwischen 8.00 und 12.00
Uhr gesperrt sei. An welchem Tag, stand leider nicht dabei. Oben
standen wir und erfuhren, dass wir in der Mittagspause wohl passieren
könnten.
Eine Pass-Straße wohl maximal 4 m breit. Die LKW,
die den Schutt abtransportieren mussten, quälten sich
rückwärts an Mopeds und Autos vorbei. Was
wäre da in Deutschland los gewesen?
Die Jungs haben gewinkt und gegröhlt!
Deswegen liebe ich Italien und die Italiener.
Ist einfach schön dort unten.