Sicherheitstipps

 Jeder Mopedfahrer hat den Führerschein, hat Gefahrenlehre in der Fahrschule gehört (zumindest die, die in jüngerer Zeit den "Lappen" gemacht haben). An und für sich müsste also jeder das Rüstzeug haben, wieder heil nach Hause zu kommen.
Trotzdem ereignen sich immer noch viel zu viele Unfälle. Wir wissen ja, der Mopedfahrer hat keine Knautschzone.
Eigenverschulden wird in letzter Zeit seltener; man sieht es an den Versicherungsprämien. Trotzdem, was nützt es, nicht schuld gewesen zu sein, wenn man im Rolli sitzt?

Technische Defekte sind heute selten; dieses Thema will ich mal außen vor lassen.

Voll bepackt Die meisten Unfälle hängen doch irgendwie mit dem Fahrer selbst zusammen, auch wenn ihn rechtlich keine Schuld trifft.

Deswegen will ich versuchen, typische Gefährdungs-Situationen zu schildern und Tipps zu geben, wie man die erkennen kann.

  • Überholen einer Kolonne:
    Drei Autos hintereinander, der vorderste schleicht. Du bist versucht, zu überholen. Das geht vielleicht einem Autofahrer vor Dir genauso. Möglicherweise fährt er Dir "vor den Latz" weil er nicht in den Rückspiegel geschaut hat.
    Abhilfe: Schau Dir Deine Vorderleute richtig an! Der Vectra-Fahrer mit Klo-Rolle auf der Ablage und der Mutti auf dem Beifahrersitz, die sich eventuell interessiert die Gegend betrachten, wird so schnell nicht überholen.
    Der aufgeblasene Polo mit zwei jungen Typen wird vielleicht mehr riskieren und den Blick in den Rückspiegel vergessen.
    Vielleicht fährst Du Deinem Vordermann schon länger hinterher; beobachte seine Fahrweise und versuche so, seine Reaktionen einzuordnen in aggressiv oder defensiv.
    Allgemein gilt: Immer bemerkbar machen. Du Hast ja Hupe und Fernlicht. Das nervt zwar manchen, erspart aber doch Ärger.
  • Fahren im Pulk
    Macht schon Spaß, zu mehreren auszufahren. Man sollte sich dabei aber gut kennen oder strikte Regeln aufstellen.
    Für mich gilt: Im Pulk wird nicht der eigene Mann /die eigene Frau überholt. Es sind schon genug Idioten auf der Straße; da tut es gut, nicht noch auf die eigenen Leute achten zu müssen.
    Wichtig: Vorher die Reihenfolge festlegen!
    Vorne fährt der mit der schwächsten Maschine oder ein Ortskundiger. Sprecht Euer Tempo vorher ab. Ich hab es in Frankreich erlebt, dass ich mit 160 km/h über die route nationale stauben musste, um dran zu bleiben.
    Wichtig außerdem: Jeder behält seinen Hintermann im Auge; ob der auch dran bleibt. Fällt der Hintermann ab, Gas weg, bis er wieder dran ist. Wenn das jeder so macht, bleibt der Pulk zusammen.
    Treffpunkte vereinbaren.
    Als hilfreich habe ich es auch empfunden, wenn jeder das nächste Ziel kannte und eine Karte dabei hatte. Das erspart sinnlose Heizerei, nimmt den Stress an roten Ampeln.
  • Die eigene Verfassung:
    Manchmal hat man Tage, da läuft es nicht so. Irgendwie trifft man keine Kurve sauber, ist unaufmerksam. Dummerweise sitzt die neue Freundin hinten drauf und will was sehen.
    Gas weg!
    Sei so vernünftig. Du brauchst keinem was zu beweisen; es geht sowieso in die Hose. Heizen ist nur gut wenn man drauf ist. Ansonsten fahre lieber soft und schau Dir die Gegend an. Davon hast Du was; von einem Ausrutscher hast Du gar nix außer Stress und Schmerzen!
    Kommt übrigens gut an bei den Frauen, wenn man sagt "Du ich bin heute nicht so fit, schaun wir uns heute mal lieber die Gegend an. Ich will uns nicht gefährden. Den heißen Ritt machen wir, wenn ich fit bin."
  • Körperliche Fitness
    Mein persönliches "Aha-Erlebnis" hatte ich, als ich nach dem Mountain-Biken aufs Moped gestiegen bin. Plötzlich war die Mühle viel einfacher in die Kurven zu bringen. Ich war lockerer, entspannter und sicherer. Ein paar Dehnungsübungen und rechtzeitige Pausen tragen ebenfalls viel zu einer sicheren Fahrt bei!
    Steig nicht müde von der Arbeit oder einer durchsoffenen Nacht auf; es bringt nix. Macht einfach keinen Spass, vom Restalkohol abgesehen.
  • Nicht provozieren lassen!
    Klar ist es geil, wenn ein Fremder mit der gleichen Maschine vor Dir ist. Du willst probieren, was Deine Mühle und auch Du bringen. Vielleicht hat der vor Dir aber bessere Reifen, einen aufgemotzten Motor oder ist einfach routinierter oder ein Hirnie, der keine Angst kennt?
    Vergiss nie Deine Grenzen! So wichtig ist nichts, dass man seine Knochen riskieren müsste!
  • Straße lesen!
    Das lernt man glaube ich heute in der Fahrschule.
    Eine Häufung von Bremsspuren weist drauf hin, dass vor Dir irgendwas Gefährliches sein könnte.
    Du siehst eine Baustelle? Da könnte Dreck auf der Straße liegen.
    Obstbäume an der Straße? Im Herbst wird die Fahrbahn glitschig vom Fallobst.
    Verkehrszeichen "Kühe auf der Fahrbahn"?. Kuhscheisse ist glitschig; Gas weg.
    Ein Waldweg kommt von rechts runter auf die Straße? Vorsicht, bei Regen wird da Schlamm oder Ähnliches angeschwemmt.
    Verkehrszeichen "Wildwechsel"?. Immer Gas weg. Wer möchte denn von einem Hirschgeweih durchbohrt werden?
  • Durchblick
    Fahre nie mit dreckigem Visier los.
    Bei Nacht oder Gegenlicht fährst Du "voll im Blinden". Außerdem sollte man immer eine Sonnenbrille dabei haben. Getönte Visiere sind bei Nacht absolut tödlich.
  • Halte Dich warm!
    Es ist erstaunlich, wie schlecht man fährt, wenn man friert. Physiologisch ist es ganz klar: Eine durchfrorene Muskulatur reagiert einfach nicht mehr richtig. Deswegen: Immer Wetterbericht hören und die Kleidung entsprechend wählen.
  • Lass den Alltag zuhause!
    Mopedfahren ist geil, um sich auszutoben. Allerdings gibt es Situationen, da sollte man es lassen. Bist Du schon geladen, wegen irgendeines Frustes, tob Dich lieber auf dem Fahrrad aus. Das ist effizienter und auch sicherer. Stress erzeugt Adrenalin und das baut man am Besten mit körperlicher Anstrengung ab. Beim Mopedfahren aggressiv zu sein, erhöht das Unfallrisiko.

    Bestimmt gibt es noch viele Sicherheitstipps, die mir jetzt noch nicht eingefallen sind. Ich hab ein Gästebuch; hinterlasst Eure Ideen da. Ich werde sie einbauen.

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