Meine Twins
Tja nach zehn Jahren Güllepumpe war was neues
fällig.
Die Hüften leicht arthritisch, nahmen mit niedriger
Sitzhöhe die Fahrleistungen ab und die Schmerzen zu.
Vor einer Kneipe in Ludwigshafen verguckte ich mich dann in die
Twin.
1992 wars dann soweit: Ein Twin-Fahrer, der in die neuen
Bundesländer aufbrach, sein Glück zu machen,
verkaufte mir seine 650 er. Aufgesessen und begeistert.
So gehört es sich.
Nach verschiedenen Verbesserungen (H4-Licht, Sturzbügel,
Hauptständer, Griffheizung) hatte ich mein
Traum-Moped.
Einziges Manko: Die Bremse war für Soziusbetrieb nicht
geeignet.

Verschiedene Touren nach Frankreich, Gardasee und Dolomiten machte sie
alle klaglos mit. Bei einer Tour mit saarländischen Bekannten
(böses Omen für einen Pfälzer) erwischte es
mich in der Nähe von
Rouen:
Trotz eingezäunten Parkplatzes war das Moped in der Nacht
geklaut worden. Und das, wo eine Reihe von wirklich teuren Gold Wing,
Harley und Guzzi
drum herum standen. Die Gallier wissen eben, was gut ist.
Für meine nächste, und jetzige Twin musste ich
richtig bluten.
Ausgeschrieben 1994 war eine 91er 750er für 11.000.-- DM.
Nachdem die Anzeige längere Zeit im "Sperrmüll"
erschien, war mir klar, dass dort noch zu handeln war. Stolz wie ein
Spanier habe ich dem guten Mann noch einen Tausender abgeluchst, um
dann festzustellen, dass wahrscheinlich 9.000.-- DM angemessener
gewesen wären.
Dafür war es die letzte Twin mit Original-Design.
Mittlerweile hat die auch wieder 76.000 runter und läuft wie
ein Uhrwerk. Touren hab
ich mit ihr in Spanien, Italien, Frankreich gemacht. Von Vogesen bis
Pyrenäen kennen wir alles.
Im Januar habe ich sie in den Raum Trier verkauft.
Vorteile:
Wartungsarmut. Ventile einstellen ist Gott sei Dank so
gut wie unnötig. Durchzug, Drehfreude, Fahrwerk.
Mankos:
Spritverbrauch: 6,5 l sind immer drin. Die 650 er
begnügte sich da mit 5 l.
Leistung: So 80 Pferde wären nicht
schlecht.
Die Sitzbank: Ab 300 km wird sie
unerträglich. Falls Ihr eine gute Idee zu diesem Thema habt,
schickt mir ne Mail.
Durch die Anbauten ( Sturzbügel, Koffer, Alarmanlage) wird
jede Inspektion zu einer tagesfüllenden Angelegenheit. Da
wäre weniger sicher mehr gewesen.
Bei der Bereifung schwöre ich mittlerweile auf Michelin TX 66.
Ist zwar eher ein Straßenreifen, aber mit diesem Koffer
möchte ich auch
nicht ins Gelände gehen.
Reparaturen:
Mittlerweile waren das Lenkkopflager, Leerlaufschalter und der vordere
Bremslichtschalter hin. Das Lenkkopflager nicht wegen der Belastung,
sondern wegen Rost durch Wassereinbrüche. Also Leute: Ab und
zu Deckel runter und Fett drüber (nicht zu viel; das taugt
auch nix).
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